BERLIN (Deutschland) – Ungarn reist nach Berlin und will das Beste aus seiner ersten Teilnahme am FIBA Women's Basketball World Cup im 21. Jahrhundert machen. Das Team weiß, dass es bei seiner Rückkehr für Aufsehen sorgen kann.
Nachdem Ungarn auch seit 1980 nicht mehr bei Olympischen Spielen vertreten war, sind Auftritte auf der globalen Bühne für das Team eine echte Seltenheit. Dennoch dürfte das Selbstvertrauen groß sein, zumindest die erste Turnierphase überstehen zu können.
Ein Grund dafür ist, dass Ungarn in diesem Jahr beim Qualifikationsturnier bereits Teams wie Japan und die Türkei geschlagen hat. Das Team weiß also, dass es mit starken Gegnern mithalten kann und für jeden äußerst unangenehm werden kann, wenn es seine Bestform erreicht.
So haben sie sich qualifiziert
Ungarn trotzte allen Erwartungen und Zweifeln und setzte sich beim Qualifikationsturnier zum FIBA Women's Basketball World Cup 2026 in Istanbul in der „Todesgruppe“ durch. Das Team gewann drei Spiele, darunter zwei Erfolge unter enormem Druck an den letzten beiden Spieltagen. Und das, nachdem Ungarn zwei Jahre zuvor bereits das Pre-Qualifikationsturnier zur Weltmeisterschaft hatte überstehen müssen.
Qualifikationsturnier für den FIBA Women's Basketball World Cup 2026 (Istanbul, Türkiye) 1. Spieltag: Japan 65:77 Ungarn (S) Spielbericht 2. Spieltag: Ungarn 53:75 Kanada (N) Spielbericht 3. Spieltag: Australien 71:58 Ungarn (N) Spielbericht 4. Spieltag: Ungarn 92:81 Argentinien (S) Spielbericht 5. Spieltag: Türkei 74"89 Ungarn (S) Spielbericht
Bilanz bei Women's Basketball World Cups
Teilnahmen (einschließlich 2026): 6
Letzte Teilnahme: 1998 (10. Platz)
Beste Platzierung: 5. Platz (1957)
Podiumsplatzierungen: Keine
AktuelleFIBA-Weltrangliste der Frauen, präsentiert von Nike: 19. Platz
Die letzten zehn FIBA-Wettbewerbe
Jahr | Wettbewerb | Austragungsort | Platzierung |
|---|---|---|---|
2025 | FIBA Women's EuroBasket | Piraeus, Greece | Nicht teilgenommen |
2024 | Olympic Games | Paris, France | Nicht teilgenommen |
2023 | FIBA Women's EuroBasket | Ljubljana, Slovenia | 4th |
2022 | FIBA Women's Basketball World Cup | Sydney, Australia | Nicht teilgenommen |
2021 | FIBA Women's EuroBasket | Valencia, Spain | Nicht teilgenommen |
2020 | Olympic Games | Tokyo, Japan | Nicht teilgenommen |
2019 | FIBA Women's EuroBasket | Belgrade, Serbia | 7th |
2018 | FIBA Women's Basketball World Cup | Tenerife, Spain | Nicht teilgenommen |
2017 | FIBA Women's EuroBasket | Prague, Czechia | 12th |
2016 | Olympic Games | Rio de Janeiro, Brazil | Nicht teilgenommen |
Die Gruppenphase
Zumindest auf dem Papier sieht dies nach einer Gruppe aus, in der Ungarn einiges erreichen und sehr konkurrenzfähig sein kann. Das Auftaktspiel gegen Frankreich, das zu den Anwärtern auf einen Podiumsplatz zählt, dürfte zwar eine schwierige Aufgabe werden. Gegen Nigeria und Korea wird sich Ungarn jedoch durchaus gute Chancen auf mögliche Siege ausrechnen.
Spiele der Gruppenphase
Ungarn vs. Frankreich (4. September) Nigeria vs. Ungarn (5. September) Ungarn vs. Korea (7. September)
Spielerinnen im Fokus
Dorka Juhasz spielte beim Qualifikationsturnier überragend, stellte neue Scoring-Rekorde auf und wurde schließlich in das All-Star Five gewählt. Sie wird im Mittelpunkt der ungarischen Kampagne stehen. Virag Takacs-Kiss ergänzt sie hervorragend und kann dem Team ebenfalls wichtige Stabilität in der Zone verleihen.
Im Backcourt und auf den Flügelpositionen könnten Reka Lelik und Debora Dubei für die richtige Mischung aus Produktivität und Ruhe sorgen. Lelik ist dank ihrer offensiven Qualitäten und ihrer Vielseitigkeit jederzeit für eine herausragende Vorstellung gut, während Dubei Führungsstärke einbringt und viele der kleinen, aber entscheidenden Dinge auf dem Feld übernimmt. Auch Reka Dombai könnte sich als potenzielle Matchwinnerin erweisen.
Risiken und Hoffnungen
Wie mehrere andere Teams, die nach Berlin reisen, ist auch Ungarn stark von einer absoluten Starspielerin abhängig. Die Sorge besteht darin, dass Juhasz, sollte sie in einem Spiel nicht zur Verfügung stehen oder beispielsweise aufgrund von Foulproblemen in einer entscheidenden Phase fehlen, kaum zu ersetzen ist. Weder eine einzelne Spielerin noch das Kollektiv können die außergewöhnlichen Qualitäten, die sie mitbringt, ohne Weiteres auffangen.
Ungarns Hoffnung ist, dass das Team den Schwung aus Istanbul mit nach Berlin nehmen kann. Dort zeigte es, wie unangenehm es als Gegner sein kann und wie unerbittlich es an beiden Enden des Feldes agiert. Mit Juhasz verfügt Ungarn zwar über seine herausragende Starspielerin, doch gleichzeitig zeichnet sich das Team durch einen starken Zusammenhalt aus. Genau das könnte dafür sorgen, dass die lang ersehnte Rückkehr auf die globale Bühne zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
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